Fast jede Neuheit dieser Saison hat einen Motor. Giant und Liv zeigen für das Modelljahr 2027 zwei Räder, die keinen haben: das AnyTour CS und das Allure CS. Beide fahren mit Nabenschaltung und Zahnriemen statt Kette. Für den täglichen Weg zur Arbeit oder in die Schule ist das der Antrieb, der am wenigsten Pflege braucht.
Was ein Zahnriemen anders macht als eine Kette
Ein Zahnriemen ist ein geschlossener Riemen aus Kunststoff mit Fasern im Inneren. Er läuft nicht auf Öl. Damit fällt alles weg, was an einer Kette Arbeit macht: nachölen, entfetten, die schwarze Spur am Hosenbein. Ein Riemen läuft außerdem leiser und kann nicht rosten.
Zwei Dinge gehören zur Wahrheit dazu. Ein Riemen lässt sich nicht öffnen wie eine Kette. Der Rahmen braucht deshalb eine Trennstelle im Hinterbau, durch die der Riemen eingefädelt wird – ein Riemenantrieb lässt sich also nicht einfach an ein beliebiges Rad nachrüsten. Und ein Riemen funktioniert nicht mit einer Kettenschaltung. Es braucht eine Nabenschaltung oder ein Getriebe.
Die Gänge sitzen in der Hinterradnabe
Bei beiden Rädern übernimmt eine Shimano Alfine mit acht Gängen. Die Gänge liegen gekapselt in der Nabe, nicht offen am Hinterrad. Das bringt drei Dinge mit sich. Du kannst im Stillstand schalten, etwa an einer Ampel, an der Du im falschen Gang stehen geblieben bist. Es gibt kein Schaltwerk, das beim Abstellen an einem Bordstein hängen bleibt. Und Nässe, Streusplitt und Salz kommen an die Zahnräder nicht heran.
Den Riemenantrieb gibt Giant als Gates CDN mit 46 Zähnen an. Riemen und Nabenschaltung gehören zusammen – deshalb findet man diese Kombination fast immer gemeinsam.
Der Unterschied zur Kettenschaltung zeigt sich im Alltag weniger beim Fahren als beim Abstellen. Ein Rad mit Nabenschaltung und Riemen kannst Du nass in den Keller stellen und am nächsten Morgen wieder losfahren, ohne vorher etwas zu machen. Bei einer Kette geht das ein paar Mal gut und rächt sich dann.
Ein Antrieb, den Du nicht pflegen musst, wird auch nicht vernachlässigt.
Was die 1.300 Euro abdecken
- Giant AnyTour CS 1 für 1.300 Euro, mit Shimano Alfine 8-Gang und Gates CDN Riemenantrieb
- Liv Allure CS 1 für 1.300 Euro, das Pendant aus dem Liv-Programm mit identischer Ausstattung
Der Preis erklärt sich vor allem über das, was fehlt. Motor, Akku und Steuerung machen bei einem E-Bike einen großen Teil der Kosten aus. Fällt das weg, bleibt vom Budget mehr für Schaltung, Bremsen und Anbauteile übrig. Angaben zu Gewicht, Rahmengrößen und Liefertermin liegen noch nicht vor.
Räder ohne Motor werden wieder gefragt
Giant und Liv begründen die beiden Modelle laut Berichterstattung mit einer wieder steigenden Nachfrage nach Trekkingrädern ohne Motor. Das ist nachvollziehbar. Auf fünf oder sechs flachen Kilometern zur Arbeit braucht kaum jemand Unterstützung. Dazu kommt, dass ein Rad ohne Akku leichter ist, nicht geladen werden muss und im Winter keinen frostfreien Platz für den Akku braucht.
Passt ein Riemen zu Deinem Weg?
Wenn Du eine überschaubare Strecke bei jedem Wetter fährst und Dich um den Antrieb nie kümmern willst, dann ja. Genau dafür ist die Kombination gebaut. Der Riemen hält lange, bleibt sauber und braucht im Betrieb nichts außer der richtigen Spannung, die wir beim Service kontrollieren.
Eine Grenze gibt es. Acht Gänge in der Nabe decken eine kleinere Bandbreite ab als eine Kettenschaltung mit zehn oder elf Ritzeln. Auf flachen und leicht welligen Strecken reicht das gut aus. Wenn Dein Weg über eine längere, steile Rampe führt, solltest Du vorher probefahren statt nachrechnen. Fragen zu den beiden Modellen beantworten wir am Telefon: +43 664 243 28 18.




