Südwestlich von Graz entsteht gerade eine neue Geh- und Radverbindung. Sie ist nur 2,4 Kilometer lang, hat aber etwas, das es auf einem steirischen Landesradweg bisher nicht gegeben hat: Das Licht wandert mit Dir mit. Ein Teil unserer Kundschaft kommt aus der Weststeiermark, deshalb lohnt sich hier ein genauerer Blick.
2,4 Kilometer zwischen Premstätten, Haselsdorf-Tobelbad und Lieboch
Der Weg verläuft entlang der L376 Premstättenerstraße und verbindet Premstätten, Haselsdorf-Tobelbad und Lieboch. Er ist baulich getrennt. Das heißt: Rad- und Gehverkehr laufen nicht hinter einer aufgemalten Linie am Fahrbahnrand, sondern auf einer eigenen Trasse neben der Straße. Der Unterschied ist größer, als es auf dem Plan aussieht.
Spatenstich war im Mai 2026, fertig sein soll die Strecke Ende November 2026. Die Gesamtinvestition liegt bei rund vier Millionen Euro, rund 1,25 Millionen Euro davon tragen die beteiligten Gemeinden. Verkehrslandesrätin Claudia Holzer verweist auf die deutliche Verbesserung der Verkehrssicherheit auf diesem bisher problematischen Abschnitt.
Das Licht fährt mit
53 LED-Leuchten stehen auf sechs Meter hohen Masten entlang der Strecke. Gesteuert werden sie über Radarsensoren. Die Sensoren erkennen, ob jemand zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, und schalten den Abschnitt vor dieser Person hell. Dahinter wird es wieder dunkler.
Das ist die erste intelligente, adaptive Beleuchtung auf einem steirischen Landesradweg. Der Nutzen ist doppelt. Es spart Energie, und die Strecke wird nicht die ganze Nacht durchgehend ausgeleuchtet – was Anrainern und Tieren entgegenkommt.
Für den Alltag zählt aber etwas anderes. Wer im November um halb sechs vom Dienst heimfährt, entscheidet nicht nach Statistik, sondern nach Gefühl. Ein Weg, auf dem man sieht und gesehen wird, wird gefahren. Ein dunkler Weg wird gemieden, und dann steht das Rad wieder im Keller.
Ein Radweg wird dann benutzt, wenn er sich auch im November um halb sechs abends sicher anfühlt.
Zum Radweg gehören zwei neue Brücken
Gebaut werden auch zwei Brücken über den Gepringbach und den Doblbach. Dazu kommen barrierefreie Bushaltestellen und Querungshilfen an den Stellen, an denen Fußgänger und Radfahrer die Straße wechseln müssen.
Das klingt nach Nebensache, ist aber der Teil, der aus einem Streifen Asphalt eine Verbindung macht. Ein Radweg nützt genau so viel, wie seine schwächste Stelle hergibt. Wenn Du zweimal auf zwei Kilometern über eine ungeregelte Landesstraße musst, bleibt das der Punkt, an dem Du Dich unwohl fühlst – egal wie schön der Rest gebaut ist.
Die barrierefreien Haltestellen sind außerdem ein Hinweis darauf, wie der Weg gedacht ist. Rad und Bus sollen zusammenspielen, nicht konkurrieren.
Während der Bauzeit ist die L376 eine Einbahn
Solange gebaut wird, ist die L376 Einbahn in Richtung Premstätten. Der Verkehr in der Gegenrichtung wird über die Autobahn oder die B70 umgeleitet. Wenn Du mit dem Auto anreist und das Rad mithast, planst Du dafür besser ein paar Minuten mehr ein.
Was der Ausbau für den Alltag bedeutet
Knapp zweieinhalb Kilometer sind für sich genommen keine große Sache. Interessant ist die Richtung. Es wird nicht ein Freizeitradweg durch die Landschaft gebaut, sondern eine Verbindung zwischen drei Orten, an denen Menschen wohnen und arbeiten – mit Beleuchtung, Brücken und Anschluss an den Bus. Das ist Infrastruktur für den Weg zur Arbeit, nicht für den Sonntagnachmittag.
Für Dich heißt das vor allem: Der Anspruch an das Rad ändert sich. Ein Alltagsrad muss bei jedem Wetter anspringen, es braucht funktionierendes Licht, Schutzbleche und eine Bremse, die auch nass zupackt. Bei E-Trekking- und Urbanrädern ist das meist ab Werk gelöst, bei älteren Rädern oft nicht.
Wenn Du Dir unsicher bist, ob Dein Rad für tägliche Fahrten taugt, schau bei uns vorbei. Wir sehen uns Licht, Bremsen und Reifen an und sagen Dir ehrlich, ob sich eine Nachrüstung lohnt oder ob ein anderes Rad die bessere Lösung wäre. Ein Bike-Service Standard kostet 39 Euro, beim E-Bike ebenfalls 39 Euro. Telefonisch erreichst Du uns unter +43 664 243 28 18.




