Nördlich und südlich der Koralpe führen zwei Passstraßen aus dem Lavanttal in die Weststeiermark. Der Packsattel ist die lange, gleichmäßige Rampe, die Soboth die kurze und steile. Beide Einstiege liegen im Bezirk Wolfsberg: Twimberg rund 15 Kilometer vom Geschäft entfernt, Lavamünd rund 25. Dieser Beitrag stellt die dokumentierten Auffahrten beider Pässe nebeneinander.
Eindrücke von der Strecke
Deine Tour im Überblick
Lavamünd
Alle Eckdaten zur Strecke auf einen Blick.
Strecke
11,9km
Höhenmeter
1.014hm
Startpunkt
Lavamünd
46,64158 N, 14,94205 O
Untergrund
Passstraße
Passendes Rad
Einkehr
Würstelstand auf 1.306 m kurz unter der Passhöhe
Gut zu wissen
Die Zahlen im Kasten sind die Soboth-Westauffahrt ab Lavamünd. Packsattel und die übrigen Auffahrten stehen im Text.
Packsattel: drei Auffahrten, alle unter vier Prozent
Die Passhöhe des Packsattels liegt auf 1.169 Metern, auf der Landesgrenze zwischen Steiermark und Kärnten, auf Kärntner Seite im Bezirk Wolfsberg. Von Twimberg herauf sind es 17,3 Kilometer mit 596 Höhenmetern und 3,4 Prozent Durchschnittssteigung. Eine zweite Westvariante führt über Unterauerling: 15,6 Kilometer, 565 Höhenmeter, 3,6 Prozent. Sie gilt als landschaftlich schöne, verkehrsärmere Waldvariante.
Von Nordosten kommt die Auffahrt aus Köflach mit 21,6 Kilometern, 760 Höhenmetern und 3,5 Prozent. Alle drei liegen damit im selben flachen Steigungsbereich. Der Packsattel war lange eine der wichtigsten Verbindungen von Wien über Graz nach Klagenfurt. Seit dem Bau der A2 ist seine Verkehrsbedeutung deutlich gesunken.
Soboth: ein anderes Kaliber
Die Soboth quert am Südende der Koralpe von Ost nach West und verbindet Lavamünd in Kärnten mit Eibiswald in der Steiermark. Die Passhöhe liegt auf 1.347 Metern. Die Westauffahrt ab Lavamünd ist 11,9 Kilometer lang, sammelt 1.014 Höhenmeter und liegt bei 8,5 Prozent Durchschnitt, maximal rund 10,2 Prozent.
Von Osten ab Aibl ist es ruhiger: 25,4 Kilometer, 1.113 Höhenmeter, 4,4 Prozent im Schnitt und maximal rund 6,7 Prozent. Die dritte Variante ist die steilste dokumentierte Rampe der Soboth – von Krottendorf aus im Nordwesten 9,5 Kilometer, 985 Höhenmeter, 10,4 Prozent Durchschnitt und bis zu rund 11,5 Prozent.
Ein Detail dazu: Im unteren Teil der Soboth liegen sechs gleichmäßig verteilte Zwischenabfahrten. Die drücken den Durchschnittswert, ohne dass die Auffahrt dadurch leichter wird. Was Du zwischendurch an Höhe verlierst, musst Du danach zusätzlich steigen.
Für den Sprung von 3,4 auf 10,4 Prozent brauchst Du vor allem eine andere Übersetzung.
Was das für Übersetzung und Bremsen heißt
Der Packsattel liegt mit 3,4 bis 3,6 Prozent in einem Bereich, den Du mit fast jeder Straßenübersetzung sitzend fährst. Die Auffahrt über Unterauerling ist dabei die ruhigere Wahl, weil sie als verkehrsärmere Waldvariante beschrieben wird. Auch mit einem Trekkingrad und passender Übersetzung kommst Du dort hinauf.
Die Soboth-Westrampe ist der Gegenentwurf. Über 1.000 Höhenmeter auf knapp zwölf Kilometern sind der klassische Test für Kompaktkurbel und große Kassette. Wer zu groß übersetzt ist, steht irgendwann im Wiegetritt und verliert den Rhythmus. Bei E-Rennrädern verschiebt sich die Frage auf den Akku: 1.014 Höhenmeter sind der relevante Wert, nicht die Kilometer.
Und die Abfahrt gehört dazu. Was mit 8,5 Prozent hinaufgeht, geht mit 8,5 Prozent wieder hinunter. Bremsbeläge, Reifen und Laufräder gehören vor so einer Ausfahrt kontrolliert.
Straßenzustand und Einkehr
Der Straßenbelag der Soboth wird als überwiegend breit und gut bis sehr gut beschrieben. Straßen werden allerdings gebaut, gesplittet und geflickt.
Am Sobothpass steht kurz unter der Passhöhe auf 1.306 Metern ein Würstelstand. Plan Deine Verpflegung so, dass Du nicht darauf angewiesen bist.
Welchen der beiden Du zuerst fahren solltest
Wenn Du bisher vor allem im Tal unterwegs warst, fang mit dem Packsattel an. Die Steigungswerte sind so, dass Du ein Gefühl für einen langen Anstieg bekommst, ohne dass Dir die Übersetzung sofort auf die Füße fällt. Die Soboth ist der Schritt danach.
Wer beide an einem Tag verbinden will, landet bei einer sehr langen Runde rund um die Koralpe. Das ist dann kein Nachmittagsausflug mehr, sondern eine Tagesplanung mit Verpflegung, Ersatzschlauch und Zeitpuffer. Komm vorher vorbei, dann sehen wir uns Übersetzung und Bremsen gemeinsam an.









