Supernova hat auf der Eurobike 2026 eine Vario-Sattelstütze gezeigt, in deren Kopf ein Rücklicht sitzt. Nach Angabe des Herstellers ist es die erste Teleskopstütze mit integriertem Rücklicht. Das klingt zunächst nach einer Spielerei. Wer schon einmal versucht hat, an einem E-Mountainbike ein ordentliches Rücklicht unterzubringen, weiß, dass dahinter ein echtes Problem steckt.
Warum Rücklicht und Vario-Stütze einander im Weg sind
Eine Vario-Sattelstütze, im Englischen Dropper Post genannt, lässt sich über einen Hebel am Lenker absenken und wieder ausfahren. Bergab kommt der Sattel aus dem Weg, danach steht er wieder auf Tritthöhe. An E-Mountainbikes ist sie verbreitet, an E-Trekkingrädern taucht sie immer öfter auf.
Das Rücklicht sitzt klassisch am Gepäckträger, am Schutzblech oder an der Sattelstütze. Die dritte Möglichkeit fällt weg, sobald die Stütze beweglich ist. Ein Licht, das an der Stütze klemmt, fährt beim Absenken mit nach unten, und das Kabel muss diese Bewegung jedes Mal mitmachen. An einem Rad ohne Gepäckträger und ohne Schutzblech bleibt dann nicht mehr viel übrig.
Wie Supernova das gelöst hat
Im Kopf der Superdropper steckt das Rücklicht TL3 MINI. Es hängt am 12-Volt-Kreis des E-Bikes, wird also vom Fahrakku mitversorgt und über den Lichtschalter am Display eingeschaltet. Keine Knopfzelle, kein zweites Ladegerät, kein Licht, das im Dunkeln plötzlich leer ist.
Die technische Hürde war die Stromführung durch die Dämpferpatrone. Das ist das Bauteil im Inneren der Stütze, das für das Ein- und Ausfahren zuständig ist. Genau dort muss das Kabel durch, ohne bei jedem Absenken gequetscht zu werden. Für die Superdropper gab es auf der Messe einen Eurobike Award 2026.
Was die Stütze an Maßen mitbringt
- Durchmesser 30,9 mm, 31,6 mm und 34,9 mm
- Hub beziehungsweise Länge von 125 mm bis 200 mm
- Rücklicht TL3 MINI im Kopf, versorgt über den 12-Volt-Kreis des E-Bikes
- Bedienhebel per Matchmaker oder Shimano I-Spec montierbar – beides sind Schellen, mit denen der Hebel direkt an die Bremse wandert statt separat an den Lenker
- Fünf Jahre Garantie auf die Lichtkomponente
Preis und Marktstart hat Supernova auf der Messe nicht genannt.
Licht am E-Bike gehört an den Fahrakku, nicht an eine Knopfzelle, die genau dann leer ist, wenn es dunkel wird.
Was noch offen ist
Angekündigt ist laut mtb-news außerdem eine Variante mit Bremslichtfunktion und StVZO-Zulassung. Die StVZO ist die deutsche Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. In Österreich gelten eigene Vorschriften für die Beleuchtung am Fahrrad, und was die angekündigte Variante hier bedeutet, sagen wir Dir erst, wenn die Stütze lieferbar ist und die Unterlagen dazu vorliegen.
Offen ist auch die Frage nach der Wartung. Eine Vario-Stütze ist ein Verschleißteil, sie braucht irgendwann Service. Wie aufwendig das bei einer Stütze mit Stromdurchführung wird, zeigt sich erst an den ersten Exemplaren auf dem Montageständer.
Für wen sich so eine Stütze lohnt
Interessant ist die Superdropper für alle, die mit dem E-Mountainbike oder dem E-Trekkingrad regelmäßig in die Dämmerung hineinfahren und kein Schutzblech und keinen Gepäckträger am Rad haben. Also für die Feierabendrunde, die länger dauert als geplant, und für den Heimweg vom Trail über die Landstraße.
Wer ohnehin einen Gepäckträger fährt, hat dort die einfachere und günstigere Lösung. Das ist kein Nachteil, sondern nur eine andere Ausgangslage. Was an Deinem Rad möglich ist, hängt vom Motorsystem, vom Display und von der vorhandenen Verkabelung ab – das sehen wir am schnellsten, wenn Du mit dem Rad vorbeikommst. Ruf uns davor kurz an unter +43 664 243 28 18. Meistens ist ein Rad bei uns innerhalb von 24 Stunden wieder fertig, und wenn es doch länger dauert, bekommst Du ein Leihrad.




