Die Diebstahlzahlen für 2025 liegen vor. Österreichweit wurden deutlich weniger Räder gestohlen als im Jahr davor, in der Steiermark dagegen mehr. Aufgeklärt wird trotzdem nur ein kleiner Teil der Fälle. Ob Dein Rad stehen bleibt, entscheidet sich deshalb weniger an der Statistik als an ein paar Handgriffen, die Du selbst erledigen kannst – und an einem Blick in die Versicherungspolizze, bevor Du sie brauchst.
Weniger Diebstähle als im Vorjahr
2025 wurden in Österreich 16.932 Fahrraddiebstähle gemeldet. Das sind rund 13 Prozent weniger als 2024, als es 19.455 Fälle waren. Seit dem Jahr 2000 lag nur ein einziges Jahr darunter, nämlich 2022 mit 16.824 gemeldeten Diebstählen. Die Zahlen stammen aus der Kriminalstatistik, ausgewertet vom VCÖ und veröffentlicht im April 2026.
Der längere Blick zeigt die Richtung noch deutlicher: 2015 waren es 28.018 Diebstähle. Über zehn Jahre ist die Zahl damit um rund 40 Prozent gesunken. Gemeldet ist dabei nicht gleich passiert – in der Statistik steht nur, was auch angezeigt wurde. Und für den Einzelnen bleibt ein gestohlenes Rad ein voller Verlust.
Kärnten mit Rückgang, die Steiermark gegen den Trend
Nur zwei Bundesländer meldeten 2025 mehr Diebstähle als im Jahr davor: die Steiermark mit plus 6,3 Prozent und Salzburg mit plus 4,0 Prozent. Kärnten zählt zu den Ländern mit Rückgang, ebenso Niederösterreich. Den stärksten prozentuellen Rückgang verzeichnete das Burgenland mit minus 29,3 Prozent, den größten absoluten Wien mit 1.096 Fällen weniger.
Für uns im Lavanttal ist das keine Randnotiz. Unser Einzugsgebiet reicht von Kärnten in die angrenzende Weststeiermark – also über zwei Regionen, deren Kurven gerade auseinanderlaufen.
Gestohlen wird vor allem in der Stadt. Rund zwei Drittel aller Räder verschwinden in den Landeshauptstädten. Je 10.000 Einwohner sind es in Salzburg 66, in Innsbruck 55, in Graz 49, in Klagenfurt 45, in Linz 44 und in Wien 29. Das Risiko hängt damit am Abstellort, nicht am Wohnort. Wer sein Rad zum Arbeiten, zum Studieren oder am Bahnhof in Klagenfurt oder Graz abstellt, bewegt sich in einer anderen Größenordnung als daheim im Hof.
Wiedergefunden wird fast nichts
1.570 Fälle wurden 2025 geklärt. Das ist eine Aufklärungsquote von 9,3 Prozent. Neun von zehn Diebstählen bleiben ungeklärt.
Ein gestohlenes Rad kommt fast nie zurück – alles, was hilft, passiert vorher.
Und wenn doch eines auftaucht, kann die Polizei es nur zuordnen, wenn klar ist, wem es gehört. Dafür braucht es die Rahmennummer. Sie ist in den Rahmen eingeschlagen oder eingefräst, meistens unter dem Tretlager, manchmal am Sitzrohr oder am hinteren Ausfallende. Notiere sie zusammen mit Fabrikat, Farbe und besonderen Kennzeichen, am besten im Fahrradpass. Zwei Fotos – eines vom Rad, eines von der eingeprägten Nummer – legst Du zum Kaufbeleg. Das dauert fünf Minuten und ist im Ernstfall das Einzige, was Du in der Hand hast.
Absperren heißt anschließen, nicht nur zusperren
Das Innenministerium hat seine Empfehlungen zuletzt mit Stand 12. Februar 2026 veröffentlicht. Sie sind unspektakulär und wirken genau deshalb:
- Das Rad an einem fix verankerten Gegenstand absperren. Ein Schloss, das nur Rahmen und Laufrad verbindet, hält niemanden auf, der das Rad wegträgt.
- Ein Bügel- oder Panzerkabelschloss verwenden. Je schwerer und massiver es ist, desto besser.
- Das Rad in versperrbaren Räumen abstellen. Wenn das nicht geht: an stark frequentierten Plätzen, bei Dunkelheit an hell beleuchteten.
- Rahmennummer, Fabrikat und besondere Kennzeichen notieren, vorzugsweise im Fahrradpass.
- Beim E-Bike den Akku versperren oder mitnehmen.
Der letzte Punkt geht am häufigsten unter. Ein Akku ist in Sekunden abgenommen und für sich genommen ein teures Bauteil, das Display ebenso. Wer beides mitnimmt, macht das Rad außerdem für Gelegenheitsdiebe uninteressanter. Und schließ den Rahmen an, nicht nur das Vorderrad – ein Laufrad ist in einer Minute ausgebaut.
Was die Haushaltsversicherung deckt und was nicht
Hier sitzt ein häufiger Irrtum. Eine Haushaltsversicherung deckt in Österreich standardmäßig den Einbruchdiebstahl. Das ist der Fall, wenn jemand den versperrten Keller oder die versperrte Garage aufbricht und das Rad mitnimmt. Der einfache Diebstahl – das Rad steht angesperrt am Bahnhof und ist weg – muss zusätzlich vereinbart werden. Und dafür gelten oft Höchstgrenzen, genannt wird etwa ein Betrag von 1.500 Euro.
Bei einem E-Bike ist das der Unterschied zwischen einem ärgerlichen und einem teuren Tag. Wir sind keine Versicherungsberater und geben hier nur wieder, was in der Fachinformation steht. Der Satz, den wir trotzdem jedem mitgeben: Schau in Deine Polizze, bevor Du sie brauchst, und frag Deine Versicherung konkret nach einfachem Diebstahl und nach der Obergrenze.
Was Du diese Woche erledigen kannst
An der Statistik änderst Du nichts. An drei Dingen schon.
Such die Rahmennummer an Deinem Rad und schreib sie auf. Wenn Du sie nicht findest, komm vorbei – wir zeigen Dir, wo sie bei Deinem Rahmen sitzt, und Du fotografierst sie gleich hier.
Dann sieh Dir Dein Schloss an. Bei einem E-Bike, das mehrere tausend Euro gekostet hat, ist ein leichtes Kabelschloss kein Diebstahlschutz, sondern eine Erinnerung ans Absperren. Welches Schloss passt, hängt weniger am Preis als daran, wo Du Dein Rad abstellst.
Und klär den Versicherungsschutz. Ob und unter welchen Bedingungen Dein Rad gedeckt ist, steht in Deiner Polizze – das kann Dir nur Dein Versicherer verbindlich sagen, nicht wir. Wenn Du wissen willst, was an Deinem Rad und an Deinem Abstellplatz sinnvoll ist, ruf an unter +43 664 243 28 18 oder komm im Grenzweg 11 in St. Stefan vorbei.




