Die ARGE Fahrrad hat am 31. März 2026 die Marktzahlen für 2025 veröffentlicht. Verkauft wurden ungefähr gleich viele Räder wie im Jahr davor, der Umsatz liegt erstmals klar über einer Milliarde Euro. Die interessanteren Zahlen stecken aber in den Details – im Durchschnittspreis und darin, welche Radtypen zulegen.
Gleich viele Räder, deutlich mehr Umsatz
389.000 Fahrräder wurden 2025 an den österreichischen Sport- und Fahrradfachhandel abgesetzt. Der Stückabsatz blieb damit nahezu konstant. Der Gesamtumsatz stieg auf 1,097 Milliarden Euro, ein Plus von 3,9 Prozent.
Wenn gleich viele Räder mehr Umsatz bringen, werden die Räder teurer. Rechnerisch kostete ein Fahrrad 2025 im Schnitt 2.821 Euro. Aufgeschlüsselt sieht das so aus: E-Bikes 3.891 Euro, Räder ohne Elektroantrieb 1.385 Euro, Kinder- und Jugendräder 476 Euro.
Den Rest erklärt der E-Bike-Anteil. 57 Prozent aller verkauften Räder hatten einen Motor. Bei den Erwachsenenrädern waren es 69 Prozent. Und 79 Prozent des gesamten Umsatzes entfielen auf E-Bikes. Der Markt verkauft also nicht mehr Räder, sondern teurere und technisch aufwendigere.
Wichtig ist dabei, was so ein Durchschnitt nicht ist: eine Empfehlung. Er entsteht aus allem, was verkauft wurde, vom Kinderrad bis zum vollgefederten E-Mountainbike. Ein sehr gutes Rad kann deutlich darunter liegen.
Ein Durchschnittspreis von 2.821 Euro heißt nicht, dass ein gutes Rad so viel kosten muss.
Gravel wächst am schnellsten
Rund 29.000 (E-)Gravelbikes wurden 2025 verkauft, ein Plus von 48,3 Prozent. Ohne Elektroantrieb legte die Kategorie sogar um 74 Prozent zu. Hans-Jürgen Schoder, Sprecher der ARGE Fahrrad, sieht darin einen Beleg für die Vielseitigkeit des Fahrrads.
Ein Gravelbike ist, kurz erklärt, ein Rennrad mit Platz für breitere Reifen und einer ruhigeren Sitzposition. Damit fährt man Asphalt und Schotter mit demselben Rad. In einer Gegend, in der die Straße oft nach ein paar Kilometern in einen Forstweg übergeht, erklärt sich der Zuspruch von selbst.
Bemerkenswert ist, dass innerhalb der Gravel-Kategorie die Räder ohne Motor am kräftigsten zulegen. In einem Markt, der sonst von E-Bikes getragen wird, ist das die Ausnahme.
Kinderräder legen zu, Cargo verliert
Die zweite Wachstumsgeschichte sind Kinder- und Jugendräder: rund 64.000 Stück, ein Plus von 9 Prozent. Besonders deutlich bei den kleinen Größen bis 20 Zoll mit rund 37.000 Stück und plus 16 Prozent. Auch E-Trekking- und SUV-E-Bikes legten zu, auf rund 101.000 Stück und plus 18 Prozent.
Rückläufig war 2025 der Cargo-Bereich. E-Cargobikes kamen auf rund 7.000 Stück, ein Minus von 5 Prozent. Innerhalb der Kategorie gehen die Zahlen auseinander: Räder für den Kindertransport rund 4.000 Stück mit minus 25 Prozent, Räder für den Lastentransport rund 3.000 Stück mit plus 37 Prozent. E-Falträder verloren ebenfalls, auf rund 3.000 Stück und minus 25 Prozent.
Was davon im Geschäft ankommt
Drei der Wachstumssegmente führen wir selbst: Gravelbikes, Kinderräder und E-Trekkingbikes. Danach wird im Lavanttal gefragt.
Spürbar ist vor allem eines. Wenn Räder im Schnitt teurer werden, wird die Entscheidung davor wichtiger. Ein Rad für 3.000 Euro, das nicht zur Körpergröße oder zum Einsatz passt, bleibt im Keller stehen – und dann war der Preis egal. Deshalb nehmen wir uns für die Sitzposition Zeit und vermessen sie auf Wunsch mit dem Laser, statt Sattelhöhe nach Gefühl einzustellen.
Was das für Deinen nächsten Radkauf heißt
Aus den Zahlen lässt sich wenig über Dein Rad ableiten, aber einiges über den Markt, in dem Du einkaufst.
Erstens: E-Bikes bestimmen inzwischen das Angebot. Wer bewusst ohne Motor fahren will, findet weiterhin gute Räder, muss aber gezielter suchen. Zweitens: Der Durchschnittspreis ist eine Marktzahl, kein Richtwert für Dich. Sag uns, welche Wege Du fährst und wie oft, und wir nennen Dir die Spanne, in der Du dafür wirklich landest. Drittens: Bei Kinderrädern ist der Abstand zwischen Durchschnittspreis und Erwachsenenrad groß, der Beratungsbedarf aber nicht kleiner – Rahmengröße und Gewicht entscheiden darüber, ob ein Kind gerne fährt.
Wenn Du wissen willst, was in Deiner Kategorie gerade sinnvoll ist, komm vorbei oder ruf an unter +43 664 243 28 18. Eine Jahresstatistik beantwortet die Frage nicht, welches Rad zu Dir passt. Das klären wir am besten direkt.




